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Die Konsequenz aus Fukushima

21. März 2011 von

Am Freitag, dem 12.3.2011, wurden weite Gebiete Japans von einem Erdbeben der Stärke 9,0 auf der Richterskala und einer anschließenden Flutwelle betroffen. Die Naturkatastrophe richtete überall in der Region riesige Schäden an. Unter anderem fielen dadurch die Reaktorkühlsysteme der Atomkraftwerke Fukushima und Tokai aus. Es ist immer noch unklar, wie viel radioaktives Material ausgetreten ist, aber eins ist sicher: Die Lage in den havarierten Atomkraftwerken, insbesondere im Kraftwerk Fukushima, ist weitgehend außer Kontrolle und die Folgen einer möglichen Kernschmelze wären verheerend.

Auch hierzulande wird angesichts der Katastrophe in Japan die Debatte um Atomkraft wieder verstärkt geführt. Vertreter der Bundesregierung kündigten vorsichtig an, die geplante Laufzeitverlängerung für AKWs noch einmal überdenken zu wollen.

Hannah Heyenn aus dem BundessprecherInnenrat von Linksjugend [`solid] dazu: „Es ist schön und gut, jetzt über die Gefahren der Atomkraft zu reden, doch diese Debatte kommt viel zu spät. Offensichtlich haben wir eine Regierung, die erst im Ernstfall handelt, die dann anfängt zu diskutieren, wenn bereits Menschenleben in Gefahr sind. Gepaart mit der reinen Profitlogik der Atomkonzerne führt dieser blauäugige Umgang mit existentiellen Gefahren zu einer ständigen atomaren Bedrohung der gesamten Bevölkerung. So eine Atompolitik kann nur als verantwortungslos bezeichnet werden!“

Die Seifenblase der angeblich sicheren  und sauberen Atomkraft ist angesichts des GAUs in Japan zerplatzt. Doch die daraus von der schwarz-gelben Bundesregierung gezogenen Konsequenzen gehen noch lange nicht weit genug. Immer noch ist bloß von der „erneuten Überprüfung der Sicherheitsstandards“ und von „Nachrüstung der Anlagen“ die Rede – rhetorische Floskeln für Routinemaßnahmen, die auch in Japan seit langem stattgefunden haben. Eine Erhöhung der Standards verringert den Profit, deshalb werden die Betreibergesellschaften diese Standards immer so niedrig wie möglich ansetzen. Das ist nicht nur in Japan so, denn ständig gibt es auch Störfälle in Deutschland, etwa bei den offensichtlich unfähigen Kraftwerksbetreibern Vattenfall und RWE, die die Pannen-Reaktoren Krümmel und Biblis betreiben. Die Linksjugend ['solid] fordert seit ihrer Gründung den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie.

Björn Buschbeck aus dem BundesprecherInnenrat: „Ich hoffe, dass die Katastrophe im Kraftwerk Fukushima endlich zu dem Umdenken in der Atompolitik führt, das gesamtgesellschaftlich schon lange stattgefunden hat. Die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen die Nutzung von Atomkraft – trotzdem werden politische Entscheidungen immer wieder zugunsten der Atomprofiteure getroffen. Unsere Gedanken sind bei all denen, die unter den Folgen dieser verfehlten Politik leiden müssen – ob in Japan, in der Ukraine oder in den verstrahlten Uranabbaugebieten. Man ist es auch ihnen schuldig, in Zukunft einen ganz anderen energiepolitischen Weg zu gehen.“

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